...Besichtigung der Tempelanlage und des Nationalmuseums von Paestum...

Dr. Nunzio Daniele
Tempio di Nettuno AvatarAutorisierter Fremdenführer in Paestum:
Tempelanlage und Nationalmuseum

 

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Guida Turistica Paestum

 

Loblied an den deutschen Wanderer

Woher du auch kommst, o Wanderer,
lass nicht dir die Mahnung entgehen,
die still aus den Tempeln kommt:
Mahnung zum Frieden und
tiefer Geistigkeit ist’s,
zu Verbrüderung, Eintracht und Liebe.
Mahnruf, nicht dem Modernismus
die ewigen geistigen
universalen Werte zu opfern.
Ihrer gedenkend erbauten Künstler,
was heut’ du in Paestum bewunderst.
Verweile im Schatten der Tempel,
vergiss Kummer und Sorgen,
Haß, Angst und Schmerz,
Betrübnis, Begierden,
Langweile und Spannung.
Schau, was Künstler erschufen,
von göttlichem Geiste erfüllt.
Verweile, befrage die Steine,
die schweigend und dennoch beredt
Vergangenes dir künden als Freunde,
dich ahnen lassen,
wie Menschen sich mühten,
den Göttern ein Haus zu erbauen,
um denen zu danken, die ihr Körper beseelt
und zur Seele den Geist gesellt haben.
Aber auch Opfer zu bringen mit Lämmern,
mit Feldfrucht und Kälbern
erfüllte die Menschen mit Hoffnung,
half, Sieg zu erflehen und Zorn zu besänftigen,
womit die Götter sie straften.
Priester erflehten im Gebet von Athene
Stärke für alle im Kampf um die Freiheit,
von Poseidon die Gunst des Meeres
für Menschen und Schiffe.
Die Götter der Griechen,
Kult, Opfer und Priester
schwanden dahin vor Jahrtausenden.
Leer sind die Tempel,
doch aufrecht und offen für Himmel und Licht
wecken sie längst verschüttetes Fühlen
von Dank, Demut und Heiligkeit.

Ich habe dieses Loblied an den deutschen Wanderer im August 1982, geschrieben. Eines Tages, nach einer deutschen Führung, am frühen Nachmittag, ich war ganz müde, vor allem wegen der Wärme, lag ich auf den Stufen des Poseidontempels. Ich hatte noch nie einen Tempel aus dieser Perspektive betrachtet. Der Tempel erschien mir noch majestätischer als bisher.

Der Himmel war ganz blau und mit schönen weißen Wolken betupft, die mir als große Wattebäusche erschienen. So hatte ich die Inspiration.

Ich dachte den Text sofort an Frau Dr. Elisabeth Petersen aus Staufen im Breisgau zu schicken, damit sie ihn auf deutsch übersetzte und ihm eine schönere musikalische Form gäbe. Damals hatte ich nur eine begrenzte Kenntnis der deutschen Sprache, aber ich spürte das Bedürfnis, sie schnell zu erlernen.

Der ideale Platz um die Worte dieses Lobliedes zu hören, oder es zu lesen, ist vor dem sogenannten Poseidontempel, im Schatten eines Baumes. Sie enthalten eine Botschaft für den modernen Menschen der, von der Eile dominiert, sehr häufig die besten Jahre seiner Existenz zerstört um die Dinge zu suchen die ihn weit von den echten Werten des Lebens abbringen. Einen griechischen Tempel bewundern und seine tiefe moralische Lehre zu verstehen, bedeutet dem Geist Atem einzuhauchen um immer mehr nach oben zu fliegen.

Das ist in der Tat möglich. Der Wille ist wichtig, d.h. man muß die Augen schließen und sich die Unendlichkeit vorstellen, sei es Raum oder sei es Zeit. Ach, wir werden entdecken, daß wir wie die Blätter auf einem Baum sind und daß das Leben ein einmaliges und nicht wiederkehrendes Ereignis ist. Man wird geboren und man stirbt, man kommt und man fährt nur einmal und dann ... die ewige Finsternis!