Paestum, kurze Geschichte
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Die sogenannte Basilika.
Der erste Tempel der um das Jahr 550 vor Chr. gebaut wurde

Der sogenannte Cerestempel der um das Jahr 500 vor Chr.
gebaut wurde

Der sogenannte Poseidontempel, das spektaculerste Beispiel der
griechischen Tempelarchitektur. Er wurde um das Jahr 450 vor Chr.
gebaut. In diesem Tempel haben wir die gleiche
Eleganza des Parthenons.
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Jahrhunderte von Geschichte stehen und liegen vor den
Augen derjenigen die die Freude haben die Überreste einer antiken Stadt
wie Paestum zu besichtigen. Hier die geistige Dimension der Griechen,
d.h. das tiefe religiöse Gefühl für die Götter und die soziale Dimension
der Römer, d.h. die Verwirklichung der täglichen Bedürfnisse,
verschmelzen sich wunderschön und bilden zusammen ein einmaliges
kostbares Erbe. Die drei majestätischen Tempel, die Überreste der
antiken Stadt und die im Nationalmuseum ausgestellten kostbaren
Kunstschätze, vor allem das Tauchersgrab, einziges Beispiel der
griechischen Wandmalerei, alles in einer herrlichen Landschaft, geben
dieser Stadt eine kulturelle Dimension von hohen Prestige und machen sie
den Hauptbezugspunkt der griechischen Zivilisation.
Der historische Ursprung von Paestum datiert um das
Jahr 600 v. Chr. als der Grundkern der Stadt, d.h. die dorische
Minderheit von Sibari (etwa 710 vor Chr.), am Ionischen Meer, siedelte
sich zuerst an der Mündung des Seleflußes (etwa 9 km nördlich) an und
baute dort einen schon damals bekannten Tempel der Göttin Hera geweiht (Heraion),
Schwester und Frau von Zeus, Königin des Olymp, Mutter aller Götter und
Beschützerin der Gebärenden, sowie der Neugeborenen, und der Seefahrer.
Dann siedelten sie sich wenige km südlich und mit am Ort gefundenen
Stein, errichten sie die drei Tempel deren Bau schließt eine
Hundertjahre lange Periode. Um das Jahr 550 v. Chr. wurde der Tempel
gebaut der als Basilika bekannt ist. Um das Jahr 500 v. Chr. wurde der
zweite Tempel gebaut der der liebsten Tochter von Zeus, Athena, Göttin
der Weisheit und der Gerechtigkeit, geweiht war. Gehört zu der schönsten
Periode ihrer Geschichte (450 v. Chr.), der Bau des sogenannten
Poseidontempels, ein Juwel der griechischen dorischen Baukunst in dem
kann man die gleiche Harmonie des Parthenons bewundern. Nach einer
langen Glanzperiode, im Jahre 410 v. Chr. fehlt die Stadt unter der
Fremdenherrschaft der Lukaner die sie bis 273 v. Chr. dominiert haben,
als die Römer hierher kamen und machten von ihr eine Kolonie von
römischen Recht. |
Nationalmuseum von Paestum

Das sogenannte Grab des Tauchers,
um das Jahr 470 von Chr datierbar
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Nationalmuseum von Paestum
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Die wirtschaftliche Krise nach der Öffnung der Via
Appia, wenige Jahre nach der Geburt des Römischen Reiches (27 vor Chr. -
Augustus der erste Kaiser), die Malaria, das Erdbeben von 62 n. Chr. und
die graduelle Ausdehnung des Christentums, sind die Hauptgründe ihres
Niederganges. Der Verfall von Rom (476 n. Chr.), lässt diese Stadt
langsam untergehen bis zu ihrer totalen Dekadenz.
Die Wiederentdeckung fand im Jahre 1750 statt, als
die Hauptstrasse gebaut wurde; dieselbe die die Stadt und das
Amphitheater teilt. Hoch ist die Anzahl der Kulturpflanzen, hoch sind
auch die Quantität und die Qualität der gastronomischen Spezialitäten
deren Zutaten Frucht dieser großzügigen Erde sind. Das klimatische
Gleichgewicht macht sie wie Kalifornien. Das milde Klima erzeugt auch
hier einen guten Wein, besonders auf den uns umgebenden kleinen Hügeln,
der beginnt immer mehr größere Markten zu beherrschen.

Terrakottastatue von Zeus, die um das Jahr 510 von Chr. datierbar ist.
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Nationalmuseum von Paestum

Einzelheit des Tauchersgrabes
Tourismus und Landwirtschaft, hier in Paestum,
verbinden sich wunderschön in einer außergewöhnlichen Art und geben eine
große Freude denjenigen, die wissensdurstig, den Selefluß überschreiten
um einen Sprung in die Vergangenheit zu machen. Häufig, im Wasser wie
Nilpferde versteckt, kann man heute noch Büffel bewundern, was schon
Goethe faszinierten. Ihre Milch ist das kostbare Element für die
Herstellung der Mozzarella, dessen delikater Geschmack immer mehr von
einer ansteigenden Personenanzahl geschätzt wird.
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Und dann das Meer, welches hier nicht nur eine
riesige Wasserfläche ist, sondern in diesem geographischen Zusammenhang
auch eine Einladung zu Phantasie und Nachdenken, um sich viele Schiffe
vorzustellen, mit Männern und Waren überfüllt, und nur zu oft gesunken.
Es ist ein wunderbares Bild, wenn die Sonne wie ein Feuerball es zuerst
streichelt und dann taucht sie hinein und bemalt den Horizont mit
glühenden Farben zu einer magischen Erscheinung, als würden die Götter
heimgeleitet werden, in dem Sonnenuntergang.
Homer und Vergil haben parallele und ergreifende
Geschichten von mutigen Männern erzählt, Odysseus und Äneas, die über
dieses Meer gesegelt waren um wieder nach Hause zu kommen, nach der
Zerstörung von Troja, oder auch um die Grausamkeit des Siegers zu
fliehen. Äußerst fruchtbar ist die Ebene die sich vom Meer bis zu den
Bergen dehnt aus für eine Fläche von 112 Qkm und von 4 Flüssen
durchbewässert von deren ist der Sele der größte an der dessen Mündung
die Griechen sich zum ersten Mal siedelten an.
Hier wird von alles bearbeitet in dieser Erde von
dynamischen Bauern: vor allem Artischocken, Tomaten, Feigen, Trauben,
Spargel, Auberginen, Erdbeeren, Blumenkohle aber auch so viele Gemüse
und ebenso vielen Obst zu den Markten jener geographischen Gebieten
bestimmt, wo oft schaft das schlechte Wetter apokalyptischen Szenarien.
Die Griechen, ein
außergewöhnliches Volk
Griechenland besteht vorwiegend aus Gebirgen, aus
Hügeln sowie aus sehr zahlreichen Inseln. Es gibt dort sehr wenige,
aber sehr fruchtbare Ebenen. Der Unterboden ist hingegen kärglich und
birgt überhaupt keine Bodenschätze. Die vorwiegend felsigen Küsten sind
reich an natürlichen Schluchten und kleinen Buchten, die zahlreiche
kleine Häfen bilden. Dennoch ist dieses geographische Gebiet unter
landschaftlichen und klimatischen Gesichtspunkten betrachtet extrem
begünstigt.
Es ist wie ein Pendel zwischen Ost und West, zwischen
Kleinasien und Süditalien. Und dieser Landstrich hat, was die Kultur und
den Geist betrifft, ein wahres Wunder erlebt. Er kann nämlich als der
Mittelpunkt der Welt gelten, weil er die größte Kultur der
Menschheitsgeschichte hervorgebracht hat. Und was die Griechen im
Bereich der Kunst, der Musik und der Philosophie geschaffen haben,
leuchtet wie eine Fackel im dunklen Tunnel der Geschichte.
Die Griechen haben uns die olympischen Spiele, die
Philosophie, das Theater, die Musik und vor allem den Sinn für Eleganz
beschert. Sie hatten jedoch auch ihre Fehler: Sie waren eifersüchtig,
neidisch, egoistisch und Verleumder; sie hatten keinen Sinn für das
Kollektiv und waren jederzeit bereit, die anderen verächtlich zu machen.
Indem sie ständig damit beschäftigt waren, ihrem Individualismus zu
frönen, brachten sie es nie zur Schaffung eines einheitlichen Staates
mit einer starken, hierarchisierten Zentralmacht wie die Römer.
Beherrscht von einer großen Ruhelosigkeit und einem
starken Tatendrang, trugen sie ihren Durst nach der Entdeckung neuer
Horizonte überallhin, gründeten allerorten neue Städte und ließen dort
ihren Glauben an die Götter, ihre Sprache, ihre Kultur und ihre
Traditionen wiederaufleben.
Das Unbekannte sowohl in geographischer wie auch in
metaphysischer Hinsicht faszinierte sie und machte sie wagemutig, stets
bereit, nach einer langen Reise erneut aufzubrechen, stets begierig,
erneut unter Segel zu gehen und weit entfernte Gestade anzusteuern.
Dieser Tatendrang brachte sie dazu, Bündnisse mit anderen Städten zu
schließen, um sich gemeinsam mit diesen gegen äußere Gefahren zur Wehr
zu setzen, und diese Bündnisse nach ein paar Jahren wieder aufzukündigen.
Sie liebten den Frieden, aber häufig führten sie
Krieg, weil die Untätigkeit sie unzufrieden machte. Mag Vergil sie durch
seine moralische Verurteilung ab uno disce omnes (kennst
du einen, so kennst du sie alle), auch
der öffentlichen Verachtung anheimgeben und sie als ein Volk von
Verrätern betrachten, weil sie Troja durch eine List einnahmen, so haben
sie doch ein großes Verdienst: in den Zeiten, die jeweils zwischen der
Reue über einen Krieg und einem Friedenswunsch lagen, schufen sie eine
Kultur, die noch heute ein Vorbild für die ganze Welt darstellt.
In der Tat tragen Millionen von Menschen eine große
Liebe für das im Herzen, was die Griechen taten. Indem sie allein mit
ihrer Vorstellungskraft durch den Weltraum flogen, lösten sich die
Griechen so weit von der Erde, daß sie die Sterne erreichten.
Waren sie sich ihrer Größe bewußt oder handelten sie
spontan, ohne den Zielpunkt ihrer außergewöhnlichen Großartigkeit zu
kennen? Ich glaube, daß die Griechen diese Größe hatten, ohne es zu
wissen. Wer groß ist, weiß nämlich nicht, daß er es ist, und gerade weil
er groß ist, glaubt er klein zu sein, genau wie derjenige, der klein ist,
nicht weiß, daß er es ist, und auf seine Nichtigkeit reagiert, indem er
sich ein Etikett des Großen anheftet.
Dies ist eine schmerzliche Umkehrung der Werte, die
leider ein wesentlicher Bestandteil der Realität ist, in der wir leben
und derentwegen sich unsere Hoffnungen und unsere Träume verzehren. |
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Bedeutung der Archäologie
Die Archäologie, d.h. die Wissenschaft, die die
antike Welt studiert und dazu deren Monumente und Fundstücke heranzieht,
ist zuerst Intuition und geistige Teilnahme am Schicksal der Bevölkerung,
die sie kennenlernen möchte und erst danach materielle Erforschung des
Erdbodens oder des Meeresgrundes. Bevor sie auf den Universitätsbänken
studiert wird, ist die Archäologie Sensibilität wie auch Verständnis
für die Dinge, die von unseren längst verstorbenen Urahnen geschaffen
wurden. Wegen dieses starken Anteils an menschlicher Sensibilität kann
sie nicht als eine exakte Wissenschaft betrachtet werden, wie die
Fachleute behaupten. Wenn dem so wäre, wären ihre Folgerungen immer
stimmig und identisch und hätten einen universellen Wert in Zeit und
Raum, wie die Mathematik und die Chemie. Um sich Archäologe nennen zu
können, genügt also nicht ein bestimmter Doktortitel, wie auch eine
Promotion in Medizin nicht ausreicht, um sich als Arzt zu bezeichnen.
Dem Studientitel muß man eine gute Dosis Sensibilität und auch ein wenig
Bescheidenheit zufügen, also den Respekt für die Ideen anderer.
Arroganz und Einbildung stehen in völligem Gegensatz
zur Archäologie im edlen Sinne des Wortes. In der Geschichte gibt es
zahlreiche Beispiele von Personen, die einen großen Beitrag zur
Archäologie geleistet haben, ohne sie jemals auf den Universitätsbänken
studiert zu haben, allen voran Heinrich Schliemann (1822-1890). Dank
seiner Intuition brach er mit den Vorstellungen der sogenannten
offiziellen Doktrin von damals, indem er bewies, daß Troja und Mykene
nicht nur in der Phantasie Homers existierten, sondern blühende Städte
mit einer gut dokumentierten Geschichte gewesen sind.
Hinter jedem Monument und jedem Fundstück verbergen
sich keine zu addierenden Zahlen oder zu interpretierende Formeln,
sondern Menschen, also Gefühle, Illusionen, Enttäuschungen, Hoffnungen,
Tränen und Schweiß. All dies ist keine Mathematik, also keine
Wissenschaft im technischen Sinne des Wortes, sondern menschliche und
trügerische Interpretation. Die Aufgabe des Archäologen ist es, diese
menschlichen Gefühle durch den genauen Vergleich der Fundstücke zu
erfassen und mit Demut und Bescheidenheit der Aufmerksamkeit der
anderen zu unterbreiten, die so sich selbst und ihre Vergangenheit
besser kennenlernen können. Die antike Welt studieren, bedeutet auch
eine persönliche kulturelle Bereicherung und vor allem die Erkenntnis,
daß es keine Zivilisation gibt ohne eine Kulturgeschichte, an der man
sich orientieren und auf die man zurückgreifen kann. Ein Volk ist in dem
Maße zivilisiert, in dem es Respekt vor dem Erbe seiner Vorfahren hat.
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